35mm-Kino: Öffentliche Testsichtung
FSK 18

Retro-Sneak mit einem Überraschungsfilm aus der Filmgeschichte! Eintritt nur 3€ und ALLES ist möglich: Klassiker, Romanze, Kultfilm, Arthaus-Perle, Vintageporno, Bahnhofskino, Horrorfilm. Optional begleitet von Rotstich, Essigsäure und Filmriss.

Mitbringen: Offenheit und gute Laune. Zu Hause lassen: Erwartungen jeglicher Art.

Veranstalter: FILM e.V. Jena, Kino im Schillerhof, Filmarchiv Bögelein. 

Chronik von Liebesunfällen (OmeU)
PL1985114 MinutenRegie Andrzej Wajda

Sommer 1939: Der Gymnasiast Witek kehrt in seinen Heimatort im nordöstlichen Polen zurück und verliebt sich in die Offizierstochter Alina. Die junge Liebe droht nicht nur an Standesgrenzen zu zerbrechen, sondern wird auch von den Vorzeichen eines hereinbrechenden Krieges überschattet. Nach zwei aufwändigen Auslandsproduktionen (DANTON, EINE LIEBE IN DEUTSCHLAND) wendete sich Andrzej Wajda wieder ganz der polnischen Geschichte und Literatur zu und adaptierte einen Roman des bekannten Schriftstellers und Regisseurs Tadeusz Konwicki. In der Darstellung des Schauplatzes verarbeitet Wajda sehr lebhafte Erinnerungen an die Kindheit in der polnisch-litauischen Garnissonstadt Suwałki – die berauschende Anfangssequenz ist eine „Hymne auf Polens Kavallerie“ (Klaus Kreimeier), und die Geschichte der fragilen Jugendliebe wird in gemäldeartigen, geradezu traumhaft verschwommenen Bildern erzählt. Zugleich autobiographische Erinnerung, tragisches Porträt einer Kriegsgeneration und nostalgische Beschwörung einer im Verschwinden begriffenen Gesellschaft, wurde CHRONIK VON LIEBESUNFÄLLEN in Polen von der Kritik frenetisch gefeiert und gilt heute als einer der schönsten und beliebtesten polnischen Filmklassiker. (cw)

Blue Velvet (OV)
USA1986118 MinutenRegie David Lynch

Während eines Spaziergangs findet der Student Jeffrey ein abgeschnittenes menschliches Ohr. Als er einem Polizisten von dem Fall erzählt, lernt er dessen Tochter kennen, von der er Name und Adresse einer Sängerin erfährt, die mit dem Fall in Verbindung stehen könnte. Etwas veranlasst ihn dazu, sich in die Wohnung der Sängerin zu schleichen. Bald wird er Zeuge eines abartigen und perversen Verbrechens, in das er bald darauf involviert ist.

David Lynch hat mit diesem Film ein visionäres und verstörendes Meisterwerk geschaffen. Es ist Filmkunst auf höchstem Niveau, mit magischen Bildern, intuitiver Montage und einer permanent fühlbaren, teils subversiven Bedrohung, die nur scheinbar hinter der Fassade des Bürgertums ihren Ursprung hat. (fb)