Blues Brothers
USA1980133 MinutenRegie John LandisFSK 12

Zwei Ganoven und Musiker versuchen, ihre alte "Blues Brothers Band" wieder aufleben zu lassen, um mit ihren Konzerteinnahmen die Steuerschuld für das Waisenhaus zu bezahlen, in dem sie aufgewachsen sind.

Ungewöhnliche Mischung aus Musik- und Actionfilm, die durch überdrehte Ausgelassenheit, unbändige Zerstörungswut, zündende Musiknummern und urige Hauptdarsteller gekennzeichnet ist. (film-dienst)

Deutsche Fassung.

Eröffnung mit Jaecki Schwarz

Eröffnung des Festivals mit dem Schauspieler Jaecki Schwarz

Ich war neunzehn
DDR1967115 MinutenRegie Konrad WolfFSK 12

35mm. Eröffnungsfilm. Gast: Jaecki Schwarz.

Die bewegende Geschichte des jungen Soldaten Gregor Hecker, der als Kind in die Sowjetunion kam und nun, im April 1945, als Leutnant der Roten Armee nach Deutschland zurückkehrt, gehört definitiv zu den ganz großen DEFA-Filmen.

Basierend auf Konrad Wolfs Tagebuchaufzeichnungen, ist das preisgekrönte Werk eine fesselnde, tief persönliche Chronik der letzten Kriegstage. Zusammen mit Kult-Autor Wolfgang Kohlhaase erweckt Wolf seine Kriegserinnerungen zum Leben, reiht Erschütterndes an Skurriles, macht plastisch nacherlebbar, wie sie gewesen sein müssen, die Wirren dieser Tage. Jaecki Schwarz ist die perfekte Besetzung für den jungen Leutnant, dem das Land seiner Geburt seltsam fremd geworden ist, und der von den Wogen der Geschichte förmlich überrollt wird.

Es ist uns eine Ehre, diesen visuell atemberaubenden, glänzend besetzten Klassiker mit unserem besonderen Gast – Hauptdarsteller Jaecki Schwarz – gemeinsam anschauen zu können. Nur echt von 35mm und dort, wo Filme hingehören: im Kino!

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Filmgespräch mit Jaecki Schwarz
Die Legende vom hässlichen König
D2017122 MinutenRegie Hüseyin Tabak

Dokumentarfilm. OV deutsch. Digital HD. Einführung in das Kino aus der Türkei: Nazli Kilerci-Stevanovic (Filmwissenschaftlerin / FU Berlin, Affective Societies)
„Die Legende vom hässlichen König“ ist ein deutsch-österreichischer Dokumentarfilm, der das bewegte Leben des kurdisch-türkischen Schauspielers, Regisseurs und Autors Yilmaz Güney zeigt. In der Doku begibt sich Regisseur Hüseyin Tabak auf eine Recherchereise, die ihn an die Orte und zu den Personen führt, die das Leben des 1984 verstorbenen Yilmaz Güney geprägt haben. Ausgehend vom künstlerischen Höhepunkt in Güneys Leben – dem Gewinn der Goldenen Palme 1982 für den Film YOL – wird sein bewegtes Leben zwischen Starrummel, Gefängnisaufenthalten, revolutionären Bestrebungen und dem Ringen um ein funktionierendes Familienleben beleuchtet. 

Die kurdische Herkunft Güneys, seine sozialistische Gesinnung und die daraus resultierende politische Opposition gegenüber dem türkischen Staat, nimmt einen gewichtigen Teil der Doku ein. Der Regisseur erörtert mittels Archivbildern, Filmausschnitten und Interviewsequenzen die Frage: Wer war Yilmaz Güney? Wer war dieser berüchtigte „Hässliche König“?

(mitosfilm)

Filmgespräch mit Nazli Kilerci-Stevanovic
Konzert für Bratpfanne und Orchester
DDR197676 MinutenRegie Hannelore UnterbergFSK 0

35mm. Kinder- und Jugendfilm. Im Anschluss Gespräch mit Hauptdarsteller Tobias Unterberg und Jaecki Schwarz.
Vorführung für Schulklassen geeignet.
Aktueller könnte die Thematik dieses fantasievollen und heiteren Kinderfilms nicht sein: Was macht man aus alten Dingen, die niemand mehr braucht, z.B. Bratpfannen? Na klar! Upcycling zu Instrumenten für ein experimentelles Kinderorchester, wo sogar mit dem Bettgestell der Anna Amalia Töne hervorgezaubert werden können. Bum und seine Freunde erhalten dabei Unterstützung von Berufsmusiker Herr Kling (Jaecki Schwarz) und einer tanzenden Teekanne. Doch die hilft nur, wenn die Kinder sich nicht streiten!

Hauptdarsteller Tobias Unterberg verriet, dass insgesamt 2000 Kinder für die Rolle des Bum gecastet wurden, er war damals gerade mal 7 Jahre alt und spielte bereits Violoncello. Später wurde er selbst Berufsmusiker. Der Film schafft es, Fantasie und Alltag einer Kinderbande in einer Plattenbausiedlung wunderbar ineinander fließen zu lassen. Er ist ein Plädoyer für die feinfühlige Führung junger Darsteller im DEFA-Film sowie für die Trickkiste der DEFA-Animation.

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Filmgespräch mit Tobias Unterberg und Jaecki Schwarz
Sieben Sommersprossen
DDR197879 MinutenRegie Herrmann ZschocheFSK 12

35mm. Kinder- und Jugendfilm. Im Anschluss Gespräch mit Drehbuchautorin Christa Kozik und Dr. h.c. Ralf Schenk von der DEFA-Stiftung. Vorführung für Schulklassen geeignet.
Die Teenager Karoline und Robbi verlieben sich ineinander, während sie den Sommer in einem Ferienlager verbringen. Dort schlüpfen sie für ein Theaterstück auch noch in die Rollen von Romeo und Julia. Die junge Liebe muss sich mehrfach bewähren, da das Umfeld der beiden nicht unbedingt positiv reagiert. An einem Badesee finden sie einen ungestörten Ort. Dieses Setting schafft romantische, lustige, reflektierende und auch aufklärerische Momente.

SIEBEN SOMMERSPROSSEN ist ein Film, der die Probleme Jugendlicher einfühlsam und glaubhaft darstellt, mit hinreißenden Dialogen punktet und seine Geschichte mit ansteckendem Spaß in einer atmosphärischen Natürlichkeit behandelt. Drehbuchautorin Christa Kozik hat vor allem die Reinheit der ersten Liebe interessiert. Durchaus kontrovers, aber sehr erfolgreich aufgenommen, hat der Film auch nach 40 Jahren nichts an seiner Aktualität eingebüßt. Bleibt die spannende Frage: Wie empfinden wir die Freizügigkeit von SIEBEN SOMMERSPROSSEN heute?

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Filmgespräch mit Christa Kozik und Ralf Schenk
Wäre die Erde nicht rund
DDR198187 MinutenRegie Iris Gusner

35mm. Werkschau Iris Gusner.

Während des Geologiestudiums in Moskau lernt Christiane aus der DDR den Syrer Hatem kennen. Die beiden verlieben sich ineinander und erwarten bald darauf ein Kind. Während Hatem nach Syrien zurückkehren und seinem Land helfen will, entfremdet sich Christiane zunehmend von seinen Idealen und Wertvorstellungen. Erinnerungen flackern auf: an die Kindheit auf dem Bauernhof, an den Großvater, der besessen an einem Perpetuum mobile tüftelt …

Mit ihrem fünften Spielfilm gelingt Iris Gusner eine kluge, poetische Reflexion über die Selbstbestimmung der Frau und das Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen. Eine intime Charakterstudie, in der Gegenwart und Vergangenheit kunstvoll miteinander verflochten, Zeit und Raum mit spielerischer Leichtigkeit überbrückt werden.

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Der Hut
D199093 MinutenRegie Evelyn SchmidtFSK 12

Marie-Luise, alleinerziehende Mutter, arbeitet als Putzfrau in einem noblen Modesalon. Um ihrem grauen Alltagsdasein zu entfliehen, kauft sie sich einen teuren Hut und bricht mit ihren Kindern in den lang ersehnten Urlaub im FDGB-Ferienheim auf. Dort wird sie von Fahrstuhlführer Hans aufgrund ihres extravaganten Modestücks in aller Öffentlichkeit lächerlich gemacht. Marie-Luise reicht eine Beschwerde ein, doch dem arroganten Hans fiele nicht im Traum ein, sich zu entschuldigen. Ein Kräftemessen beginnt, bei dem es ums Prinzip geht – oder um mehr?

Psychoduell, Romanze, Gesellschaftskritik – selten harmonieren diese drei Zutaten so perfekt wie in Evelyn Schmidts bissig-provokanter Liebeskomödie. Der letzten DDR-Bürgerin gewidmet (!), ist DER HUT ein Denkmal für die sozialen Außenseiter, ein frecher, urkomischer Geschlechterkampf, der auch nachdenklich stimmt und zeigt, wie wichtig der Kampf um Anerkennung und die Verteidigung des neu erwachten Selbstwertgefühls ist.

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Seyyit Han: Topragin Gelini
TR196881 MinutenRegie Yilmaz Güney

DCP, Originalversion mit englischen Untertiteln. Türkei Yilmaz Güney. Filmeinführung von Marcus Cislak und Tino Schmidt.
Der Film erzählt die Geschichte von Seyyit Han, der in sein Dorf zurückkehrt, um das Mädchen zu heiraten, das er liebt. Seyyit, der nach der Vernichtung seiner Feinde inhaftiert war, kehrte drei Jahre später in sein Dorf zurück. Als er ankommt, erfährt er, dass Keje, die er heiraten will, an den reichen Landbesitzer Haydar Bey übergeben wird. Kejes älterer Bruder, Mürsidinle, versucht Heydar zu überreden, seine Pläne aufzugeben. Haydar sieht, dass Keje in der Hochzeitsnacht weint, und erkennt, dass sie unglücklich ist. Er vereinbart einen Deal mit Seyyit Han. Doch auf Seyyit wartet eine böse Überraschung.

SEYYIT HAN ist Yilmaz Güneys erste Regiearbeit. Er wurde zur Berlinale eingeladen, aber seine Teilnahme vom türkischen Staat verhindert. Der Film markiert den Anfang seiner langanhaltenden Liebe zum Film und der damit verbundenen Regiearbeit.

(Quellen: sinematurk.com, imdb)

Filmgespräch mit Evelyn Schmidt
Filmgespräch mit Marcus Cislak
Tango-Traum
DDR198512 MinutenRegie Helke MisselwitzFSK 12

Kurz-Dokumentarfilm, 35mm. Vierte Generation.

Eine Frau sitzt an ihrer Schreibmaschine und denkt nach, sie raucht, erinnert sich, hört Musik, Tango natürlich, und weiß, "Buenos Aires und Montevideo sind weit weg". Doch dann nimmt sie uns mit auf ihre Reise ans andere Ende der Welt, in jene weit zurückliegende Zeit der Jahrhundertwende, als in den Hafenkneipen Argentiniens der Tango entstand. Was ist ein Tango? Helke Misselwitz befragt Bücher und alte Filme und sogar einen Argentinier. "Ein Tango passiert oder er passiert nicht, und auch wenn er nicht passiert, ist das ein Tango", lautet dessen rätselhafte Antwort. Der Zuschauer reist in die Welt und in die Zeiten. Und bleibt doch in dem kleinen Zimmer. Ein Blick auf das Leben hinter unübersteigbaren Mauern. Und zugleich ein Traum vom Versinken in Tanz und Musik, von Fremdheit und Vertrautem, vom Sich-fallen-lassen und Aufgefangen-werden - ein Tango-Traum eben. (Quelle: Deutsche Kinemathek)

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Herzsprung
D199287 MinutenRegie Helke MisselwitzFSK 12

35mm. Vierte Generation.

Ein Regen aus Federn. Eine engelsgleiche Mädchenstimme singt in entrückter Ferne von verlorener Liebe und der süßen Heimat. Diese Heimat ist Herzsprung, ein kleiner Ort in Brandenburg. Von dem im Vorspann so volksliedhaft beschworenen Märchen ist hier nicht viel übrig: Viele Betriebe mussten nach der Wende schließen, Entlassungen und Arbeitslosigkeit sind die Folge. Als im Ort ein namenloser Schwarzer auftaucht und eine Romanze mit der jungen Johanna beginnt, bricht sich der angestaute Frust in einer Welle aus Fremdenfeindlichkeit und Hass Bahn.

Helke Misselwitz' Spielfilmdebüt lässt noch deutlich die Handschrift der Dokumentarfilmmeisterin erkennen. Stimmig in seiner Milieuzeichnung und prächtig fotografiert von Kameramann Thomas Plenert, bietet der Film eine unmittelbare, noch weitgehend unverstellte Perspektive auf die Nachwendezeit. So entsteht das packende, dokumentarisch präzise Porträt eines Landes im Umbruch, das zugleich die Ursachen von Rassismus und Rechtsextremismus erforscht.

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Filmgespräch mit Helke Misselwitz
Moritz in der Litfaßsäule
DDR198388 MinutenRegie Rolf LosanskyFSK 0

35mm. Kinder- und Jugendfilm.

„Sei doch froh, dass du noch ein Kind bist. Kinder sehen die Welt noch mit drei Augen. Das dritte Auge, das gibt ihnen den bunten Blick“, sagt der Straßenfeger zum neunjährigen Moritz. Der ist von zu Hause abgehauen, weil er denkt, dass er niemandem etwas Gutes und Rechtes tun kann. Dabei ist er eigentlich nur etwas langsam, weil sein Kopf lieber in Träumen und Fantasien schwelgt. In einer Litfaßsäule findet Moritz nicht nur ein sicheres Versteck, sondern auch eine ganz besondere Freundin: eine sprechende Katze, mit der er durchaus lebensphilosophische Gespräche führt.

Neben Regisseur Losansky ist auch Autorin Christa Kozik, die ganz in der Nähe Jenas als Flüchtlingskind aufwuchs, die Fantasie der Kinder ein ganz besonderes Anliegen, die es zu fördern gilt. Mit der animierten Katze wird hier Fantasie und Filmkunst der DDR gleichermaßen lebendig. Die thüringische Stadt Pößneck bietet die malerische Kulisse zu diesem Film, auf deren historischem Marktplatz die namhafte Litfaßsäule errichtet wurde.

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Filmgespräch mit Christa Kozik und Klaus-Dieter Felsmann
Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann
DDR198952 MinutenRegie Helke MisselwitzFSK 12

35mm. Vierte Generation.

Im Januar 1989 drehte Helke Misselwitz diesen Dokumentarfilm über ein kleines Familienunternehmen, das in Berlin Prenzlauer Berg Kohle an private Haushalte ausliefert. Ein sozialer Mikrokosmos, der herzlich, aber streng von der resoluten Chefin geführt wird. Das Interesse der Dokumentaristin ist primär auf diese zentrale Figur gerichtet. Wir sehen ihre Funktion als Seelsorgerin für die teils betagte Kundschaft und steigen im Treppenhaus den Arbeitern mit den zentnerschweren Kohlepaketen hinterher. Das Szenarium wurde in Zusammenarbeit mit Thomas Plenert verfasst, der auch die Kamera führte und Misselwitz' bevorzugter Kameramann war.
Es ist ein sehr zärtliches Portrait und Dokument der Menschen und ihres Arbeitsumfeldes, das bald darauf verschwinden sollte. Die Einblicke sind teilweise sehr persönlich - manchmal schauen wir fast bis "ins Herz".

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Filmgespräch mit Helke Misselwitz
Miraculi
D1991114 MinutenRegie Ulrich WeißFSK 12

35mm. Vierte Generation.

„Die Fahrscheine, bitte!“ Nachdem Sebastian bei einem Diebstahl geschnappt wurde, möchte er für seine Tat büßen – und wird ehrenamtlicher Kontrolleur in der Leipziger Straßenbahn. Der junge Mann verrichtet seinen Dienst mit messianischer Inbrunst, wandelt als moderner Jesus getarnt durch die Wagen, doch uneinsichtige Schwarzfahrer, verständnislose Verwandte, ein süffisanter Dandy und eine „femme fatale“ ohne Fahrschein machen ihm einen Strich durch die Rechnung.

Mit seinen Filmen ist Regisseur Ulrich Weiß in der DDR immer wieder angeeckt. Dieses surreale Außenseiterportrait, noch kurz vor der Wende begonnen, war sein erster Film nach über einem halben Jahrzehnt De-Facto-Berufsverbot. Die Tristesse spätsozialistischen Verfalls nutzt Weiß visuell sehr geschickt, um einen traum- und tranceartigen Endzeitfilm zu schaffen – bzw. einen allegorischen Wendezeitfilm, in dem plötzlich Figuren und sogar ganze Seen einfach so verschwinden und nur Verwirrung und Schlamm übrig bleiben.

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Filmgespräch mit Ralf Schenk
Blue Tornado - Männer wie Stahl
IT199187 MinutenRegie Antonio BidoFSK 12

35mm, Originalversion mit Untertiteln. Italienisches Genrekino.

Während eines Flugmanövers geraten die Piloten Alex und Phil in einen mysteriösen Lichtkegel, in dem Phil auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Den Ermittlern führt Alex die Möglichkeit eines Ufos an und trifft natürlich auf Unverständnis. Nicht so aber bei der süßen Isabella, die seiner Vision glaubt. Gemeinsam dringen sie immer weiter zu Wahrheit vor …

Antonio Bido drehte bisher nur sieben Filme, einer davon eine TV-Produktion. Nach seinen Debütfilmen, den heute verehrten Gialli, wurde es ruhiger um hin. 1991 sprang die italienische Produktion BLUE TORNADO mit fünfjähriger Verspätung auf den Top-Gun-Zug auf und presste gleich noch Science-Fiction-Elemente in die Story. Der Streifen entbehrt nicht einer gewissen Komik, worauf auch Bidos Pseudonyms Tony B. Dobb hier hindeutet. Mit der Besetzung um A-Team-Legende Dirk Benedict, Patsy LETHAL WEAPON 2 Kensit und Genreikone David Warner kann man aber eigentlich gar nichts verkehrt machen!

Umut – Hoffnung
TR1970100 MinutenRegie Yilmaz Güney

DCP, Originalversion mit englischen Untertiteln. Türkei Yilmaz Güney. Filmeinführung von Marcus Cislak und Tino Schmidt.
UMUT ist die Geschichte von Cabbar und seiner Familie, deren Existenz von seinem Einkommen als Pferdekutscher abhängt. Als eines seiner Pferde von einem Auto überfahren wird und es klar ist, dass weder Gerechtigkeit noch Nächstenliebe ihm in seiner Not helfen werden, beginnt der Mann, gespielt von Güney, langsam in den Wahnsinn abzugleiten. Auf Anraten eines lokalen Heiligen und angetrieben von einem unermüdlichen Optimismus begibt er sich auf die Suche nach einem mythischen verlorenen Schatz in die Wüste. Cabbar strebt immer weiter dem letzten, unvermeidlichen Moment entgegen: Dass die Hoffnung selbst nur eine Illusion ist.

Güney war 33 Jahre alt, als er diesen Film schuf. Es ist ein Streifen voller Übermut, Träume und Hoffnungslosigkeit. Es zeigt den verzweifelten Kampf des Einzelnen gegen ein mächtiges und ungerechtes System, in dem man nur verlieren kann. UMUT ist ein Meilenstein des türkischen Kinos und markiert einen Wendepunkt in Güneys Filmographie.

(Quellen: sinematurk.com, imdb)

Die Taube auf dem Dach
DDR197382 MinutenRegie Iris GusnerFSK 0

DCP. Werkschau Iris Gusner.

Der Schlüsselfilm unserer diesjährigen Iris Gusner-Werkschau blickt auf eine filmreife Biographie zurück: 1973 verboten und größtenteils vernichtet, wurde das Werk 2009 wiederentdeckt und konnte ein Jahr später wiederaufgeführt werden. Die Geschichte einer unglücklichen Dreiecksbeziehung auf einer Großbaustelle bei Arnstadt ist scheinbar simpel, doch nur auf den ersten Blick. Gusner erzählt von Entfremdung, Sinnsuchen, zweifelnden und verzweifelnden Menschen, aber sie tut dies mit zartem Humor und der all ihren Filmen eigenen menschlichen Wärme. Ein künstlerisch ausgereiftes Erstlingswerk, das durch formale Strenge, vielschichtige Figuren und verblüffende Bildkompositionen besticht und zu den Höhepunkten der deutschen Filmgeschichte gezählt werden kann.

Hinweis: DIE TAUBE AUF DEM DACH wurde 2009 auf der Grundlage eines 1990 von Roland Gräf hergestellten Dup-Negativs rekonstruiert. Da keine vorführbaren 35mm-Kopien existieren, kann der Film ausschließlich digital projiziert werden.

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Filmgespräch mit Iris Gusner
Blutige Schatten - Solamente nero
IT1978109 MinutenRegie Antonio BidoFSK 16

Digital HD. Italienisches Genrekino.

Der junge Professor Stefano braucht eine Auszeit vom akademischen Umfeld – mentale Probleme und albtraumhafte Visionen plagen ihn. Er begibt sich zu seinem älteren Bruder, Priester Don Paolo, nach Venedig. Dort trifft er auf eine süße Kunstliebhaberin, ein Medium, das zu Séancen lädt, einen zwielichtigen Doktor und einen pädophilen Klavierlehrer. Als eine Mordserie beginnt, sind natürlich alle verdächtig!

Antonio Bido drehte 1977 mit 28 seinen ersten Film, den Giallo DIE KATZE MIT DEN JADEAUGEN und direkt ein Jahr später BLUTIGE SCHATTEN. Bido hält sich sowohl in Bildern als auch in Dialogen angenehm zurück und macht so den Blick und die Gedanken für den Zuschauer frei. Bidos Venedig ist kein Postkarten-Venedig. Dieses Insel-Konstrukt hat uralte Geheimnisse, die ihre Bewohner Generation für Generation behüten und die dunklen Seiten der gar nicht mal so „Serenissima“ ausleben. Das mussten auch schon Goethe, Thomas Mann und der Todesgeiger Klaus Kinski erleben!

Filmgespräch/Präsentation mit Antonio Bido und Claudio Bartolini
Alle meine Mädchen
DDR197983 MinutenRegie Iris GusnerFSK 12

35mm. Werkschau Iris Gusner.

Regiestudent Ralf wird in ein NARVA-Glühlampenwerk geschickt, um einen Dokumentarfilm über die dortige Vorzeige-Arbeiterinnenbrigade zu drehen. Als die Brigade getrennt werden soll, die Meisterin krank wird und es sogar zu einem Diebstahl kommt, merkt Ralf bald, dass sich seine Rolle nicht auf die eines nüchternen Betrachters beschränken kann.

ALLE MEINE MÄDCHEN eröffnete 1980 das 1. Nationale Spielfilmfestival in Karl-Marx-Stadt und wurde ein großer Publikumserfolg. Dies ist nicht nur der rundum sympathischen Darsteller(innen)riege zu verdanken, sondern auch der Geschichte, die mit leisem Humor und voller Sinnlichkeit daherkommt. Eine intelligente Studie über das Verhältnis von Filmemachen und Wirklichkeit, zugleich auch ein unaufdringliches Plädoyer für den Zusammenhalt in der Gemeinschaft.

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Filmgespräch mit Iris Gusner und Ralf Schenk
Letztes aus der Da Da eR
DDR199086 MinutenRegie Jörg FothFSK 12

35mm. Vierte Generation.

Die Clowns Weh und Meh sind aus dem Gefängnis entflohen und stolpern blindlings in eine Ordensverleihung, die ein blutiges Ende nimmt. Auf einem Müllwagen entsorgt, werden sie singend in die Welt getragen – ein wüstes Absurdistan, das seltsame Ähnlichkeiten mit einem gewissen sozialistischen Staat aufweist.

Die Idee für diesen Stoff reicht bis in die zweite Hälfte der 80er Jahre zurück, als Regisseur Jörg Foth das Bühnenprogramm des bekannten Duos Mensching und Wenzel verfilmen wollte. Das Projekt konnte dann noch kurz vor der Einheit realisiert werden, entstanden ist ein wichtiges Stimmungsbild der Wende. Foth und seine musizierenden Hauptdarsteller ziehen humoristisch alle Register, zündende Gags reihen sich an ohrwurmige Gassenhauer. Mensching und Wenzel spielen, als gäbe es kein Morgen, taumeln nummernrevueartig von einer bizarren Episode in die nächste. Scharfzüngig und treffend pointiert, ist die Clownerie ein bittersüßer Abgesang auf das untergehende Land "DaDaeR".

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Gritta von Rattenzuhausbeiuns
DDR198583 MinutenRegie Jürgen BrauerFSK 6

35mm. Kinder- und Jugendfilm.

Der verarmte Hochgraf von Rattenzuhausbeiuns arbeitet an einer Thronrettungsmaschine. Er hofft, damit wieder zu Geld und Ehre zu gelangen. Seine Tochter Gritta führt ein wildes, übermütiges Leben, am liebsten mit dem Hirten Peter in der freien Natur. Doch die Stiefmutter Prinzessin Nesselkrauti schickt sie in ein Kloster. Dort kommt Gritta einem Komplott auf die Spur und freundet sich ausgerechnet mit Prinz Bonus an.

Ursprünglich stammt der Märchenstoff aus der Feder von Gisela und Bettina von Arnim aus dem Jahr 1840, wurde von der bekannten Autorin Christa Kozik neu bearbeitet und als Drehbuch adaptiert. Entstanden ist ein witziger, beinahe anarchischer Kostümfilm mit tollen Kulissen, bei dem auch sprechende Ratten eine wichtige Rolle spielen. Am sympathischsten erscheint jedoch die starke, kluge und widerspenstige weibliche Hauptfigur, die sich nicht nur über Adlige lustig macht, sondern sich besonders für die Armen und Unterdrückten einsetzt. Geheimtipp!

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Filmgespräch mit Jörg Foth
Filmgespräch mit Ralf Schenk
Pensione paura
IT197292 MinutenRegie Francesco BarilliFSK ungeprüft

Digital SD. Italienisches Genrekino.

Kurz vor Ende des 2. Weltkriegs, eine Pension im Nirgendwo: Die Gäste sind wenige, dafür aber umso bizarrer, sie scheinen direkt einem Gemälde von Otto Dix entsprungen zu sein. Sie gieren nach der jungen Rosa, Tochter der Besitzerin der Pension. Rosas einzige Hoffnung am Ende des psychischen Delirium ist die hoffentlich baldige Rückkehr ihres Vater aus dem Krieg, der Tabula Rasa machen könnte …

Das Hotel wird zum Bordell der Hölle. Nacktheit, (sexuelle) Gewalt, Figuren am Rande des Nervenzusammenbruchs – und darüber hinaus. Man weiß nicht recht, ob man sich in einem Albtraum oder dem gnadenlosen Realismus befindet.

Regisseur Francesco Barilli entstammt einer vornehmen Künstlerdynastie aus Parma und lebt in der Malerei. Barillis kleine aber umso einzigartigere Filmographie zeichnet sich durch seine Visualität und die inhaltliche Verhaftung im Neorealismus und Surrealismus gleichermaßen aus. 

Kaskade rückwärts
DDR198394 MinutenRegie Iris GusnerFSK 12

35mm. Werkschau Iris Gusner.

Wenn einer Reiterin der Sturz vom Pferd droht, kann sie sich nur durch einen Überschlag nach hinten retten – eine Kaskade rückwärts. Auch Maja, Ende dreißig, verwitwet, alleinerziehend, bleiben nicht mehr viele Optionen. Der Umzug in die Stadt und eine neue Stelle als Schaffnerin versprechen einen Neuanfang. Was fehlt, ist ein Mann. Doch mit Heiratsannoncen hat sie kein Glück, und die Liebe ihres Kollegen Gerd bemerkt sie nicht.

Hauptdarstellerin Marion Wiegmann ist eine wahre Entdeckung und liefert ein fulminantes Spielfilmdebüt ab – leider sollte dies ihre einzige Filmrolle bleiben. Und wenn zu einer Modenschau bittersüße Chansons geschmettert werden und Schaffner Gerd an der Bahnstation zum Tango lädt, entstehen Momente seltener Magie, wie es sie nur im Kino gibt. Eine Sternstunde des deutschen Films!

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Das Land hinter dem Regenbogen
D199189 MinutenRegie Herwig KippingFSK 16

35mm. Vierte Generation.

Stalina, ein fiktives Dorf im Land hinter dem Regenbogen. Wir schreiben das Jahr 1953. Die landwirtschaftlichen Produktionsstätten haben sich längst zu Kollektiven zusammengeschlossen, Hysterie, Bespitzelung und Denunziation stehen auf der Tagesordnung. Die LPG wirkt wie ein gewaltiger Friedhof, zwischen zerfallenden Scheunen beten die Erwachsenen übergroße Stalin-Ikonen an. Nur die Kinder Marie und Hans, der Sohn des Regenbogenmachers, versuchen in diesem Klima aus Paranoia und Gewalt ihre Menschlichkeit zu bewahren.

Herwig Kippings erster nach der Wende produzierter Film, das dritte Werk der 1990 gegründeten Künstlergruppe DaDaeR, ist nicht nur eine Auseinandersetzung mit der Stalin-Ära, sondern auch eine allegorische Zeitreise durch die dunkelsten Kapitel der DDR-Geschichte. 1992 mit dem Filmband in Silber ausgezeichnet, ist DAS LAND HINTER DEM REGENBOGEN ein surrealer Bilderreigen voller Poesie und pechschwarzem Humor, eine grimmige Parabel über die gescheiterte Utopie Sozialismus.

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Agit – Der Jammer
TR197282 MinutenRegie Yilmaz Güney

Digital HD, Originalversion mit englischen Untertiteln. Türkei Yilmaz Güney. Filmeinführung von Marcus Cislak und Tino Schmidt.
Cobanoglu (Güney) ist der Chef einer Schmugglerbande. Zusammen mit seinen Getreuen versteckt er sich in den Bergen und trotzt Tod und Armut. Mit einer Finte locken deren Gegner, Ramazan Efendi und Sari Veli, Cobanoglu in ein nahes Dorf. Doch die Schmuggler durchschauen das falsche Spiel und versuchen sich mit allen Mitteln zu wehren. Ein verzweifelter Kampf Mann gegen Mann entbrennt.

Langsame Sequenzen von sich wiederholenden Ereignissen machen den Film kraftvoll. Um diesen Film richtig zu verstehen, sollte man einige Fakten über die Türkei in den 70er Jahren kennen:  Mangel an Ressourcen wie sauberes Wasser, Ärzte, Medikamente und Bildung sowie immer noch bestehende Probleme bei der Anerkennung der kurdischen Minderheiten und die in den Bergen lebenden, kämpfenden Guerillas, die nur illegal Geld durch Schmuggel verdienen können. Yilmaz Güney schuf einen eindringlichen Film, der als Kultklassiker gilt und auch nicht mit - für seine Zeit gewagten -  Gewaltdarstellungen geizt.

(Quellen: sinematurk.com, imdb)

Das Parfüm der Dame in schwarz - Il Profumo della Signora in nero
IT1974103 MinutenRegie Francesco BarilliFSK ungeprüft

Originalversion mit Untertiteln. Italienisches Genrekino.
Danach Ausklang des Abends mit Vintage-Sounds.
Rom: Silvia Hachermann bewohnt ein luxuriöses Appartement, hat freundliche Nachbarn, das Wetter lacht und alles scheint perfekt. Scheint. An einem Abend trifft sie sich mit einer Gruppe von Freunden, doch zwischen ihnen will nicht so richtig eine herzliche Atmosphäre aufkommen. Dabei ist auch ihr dunkelhäutiger Tennispartner, der ihr Angst einzujagen versucht, indem er ihr von obszönen Woodoo-Praktiken berichtet. In der Folge hat Silvia seltsame Albträume. Als dann auch noch ihre engste und eigentlich auch einzige Freundin verschwindet, wird der Strudel aus Wahnsinn und Gewalt immer größer.

Jede Einstellung gleicht in Auswahl und Farbgebung einem Gemälde, das sich ins Innerste des Zuschauers einprägt. Barilli entfacht ein Spiel zwischen Wahrnehmung und Wirklichkeit, in dem der Schrecken jederzeit präsent, aber nur selten sichtbar ist – bis zum unvergesslichen Finale. Ein Duft, der lange wirkt!

Kinofrühstück

Im Café Schillerhof. Nur wenige Plätze! Der besondere Brunch orientiert sich inhaltlich an Bulgarien und dem Schwarzen Meer, ist also ausgerichtet auf den nachfolgenden Film EINER MUSS DIE LEICHE SEIN. "Geschmackskino Spezial".

Einer muß die Leiche sein
DDR197783 MinutenRegie Iris GusnerFSK 12

35mm. Werkschau Iris Gusner.

Schwarzmeerküste, Bulgarien: Es ist Sommer und die Urlaubsluft ist zu spüren. Leichte Gespräche und Lächeln machen den Anfang dieses Filmes trügerisch. Eine Gruppe von Touristen unternimmt eine Schiffsreise auf eine Insel und verbringt dort den Tag zusammen. Am Abend müssen alle auf die Rückkehr aufs Festland verzichten, weil das Schiff einen Motorschaden hat. Damit die Nacht schneller vergeht, spielt die Gruppe ein "Mörder-Spiel". Die Rollen sind klar verteilt, das Licht wird ausgemacht: ein furchtbarer Schrei ist zu hören. Der „Detektiv“ kann jetzt seine Aufgabe erledigen. Was aber am Anfang nur Zeitvertreib sein sollte, wird für unsere Figuren bald mehr als ein lustiges Gesellschaftsspiel. Wegen einer mysteriösen Begebenheit übernehmen schließlich fast alle einmal die Rolle des Detektivs.
Ein kurzweiliger DDR-Krimi mit allen klassischen Merkmalen, den Sie nicht verpassen sollten. Lassen Sie sich überraschen von eigentümlichen Figuren und einer geheimnisvollen Atmosphäre.

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Ich liebe dich – April! April!
DDR198783 MinutenRegie Iris GusnerFSK 12

35mm. Werkschau Iris Gusner.

Jura-Professor Schneider, Scheidungsspezialist und erklärter Ehegegner, sieht sich in einer Prüfung der Studentin Caroline gegenüber. Die ist mit seinem Assistenten Tom verheiratet – und ausgerechnet die Tochter jener Frau, von der sich Schneider vor Jahren scheiden ließ. Gemeinsam schmieden Caroline und Tom einen Plan, um die Eltern wieder zusammenzubringen.

ICH LIEBE DICH - APRIL! APRIL! war der letzte Film, den Iris Gusner für die DEFA drehte, bevor sie 1989 die DDR verließ. Das 'Spätwerk' greift zentrale Themen ihres Schaffens auf und erweitert diese um das Motiv des abwesenden Vaters. So entsteht eine heitere Beziehungskomödie, die mitunter auch ernstere Töne anschlägt. Das hier gezeigte Berlin erinnert eher an das Paris der Nouvelle Vague als an die ehemalige DDR-Hauptstadt, Jan Nowickis gewohnt charismatische Darstellung verleiht dem Film unwiderstehlichen Charme.

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Moritz in der Litfaßsäule
DDR198388 MinutenRegie Rolf LosanskyFSK 0

35mm. Kinder- und Jugendfilm.

„Sei doch froh, dass du noch ein Kind bist. Kinder sehen die Welt noch mit drei Augen. Das dritte Auge, das gibt ihnen den bunten Blick“, sagt der Straßenfeger zum neunjährigen Moritz. Der ist von zu Hause abgehauen, weil er denkt, dass er niemandem etwas Gutes und Rechtes tun kann. Dabei ist er eigentlich nur etwas langsam, weil sein Kopf lieber in Träumen und Fantasien schwelgt. In einer Litfaßsäule findet Moritz nicht nur ein sicheres Versteck, sondern auch eine ganz besondere Freundin: eine sprechende Katze, mit der er durchaus lebensphilosophische Gespräche führt.

Neben Regisseur Losansky ist auch Autorin Christa Kozik, die ganz in der Nähe Jenas als Flüchtlingskind aufwuchs, die Fantasie der Kinder ein ganz besonderes Anliegen, die es zu fördern gilt. Mit der animierten Katze wird hier Fantasie und Filmkunst der DDR gleichermaßen lebendig. Die thüringische Stadt Pößneck bietet die malerische Kulisse zu diesem Film, auf deren historischem Marktplatz die namhafte Litfaßsäule errichtet wurde.

Bildrechte: DEFA-Stiftung.

Sürü - Die Herde
TR1978129 MinutenRegie Zeki Ökten

DCP, Originalversion mit englischen Untertiteln. Türkei Yilmaz Güney. Filmgespräch mit Cem Kaya.
Der Film erzählt die Geschichte einer Familie, die inmitten einer Blutfehde zwischen zwei Stämmen lebt. Ebenjene Familie beschließt eines Tages, ihre wertvollen Schafe im fernen Ankara zu verkaufen. Doch auf der langen Zugfahrt nach Westen begegnen ihnen zahlreiche Probleme, die die immensen Mißstände in der Türkei offenbaren. So müssen sie zum Beispiel Bestechungsgelder an kleine Beamte zahlen, Schafe werden gestohlen oder sterben.

Eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die im Kontext von feudaler Unterdrückung und sozialer Ungerechtigkeit erzählt wird. Der Film wurde im Pervari District und in den Dörfern um Siirt gedreht. Soziale Spannungen zwischen Stadt und Land werden stark thematisiert und die Geschichte dient als Mittel, um die Korruption und soziale Ungerechtigkeit in der türkischen Gesellschaft zu zeigen. SÜRÜ wurde in einer Zeit kurz vor dem Militärputsch von 1980 unter sehr schwierigen Bedingungen produziert, wie dem Gefängnisaufenthalt Yilmaz Güneys während der Dreharbeiten. SÜRÜ ist trotz der Widrigkeiten ein wichtiger Film im späteren Werk Güneys. 

(Quellen. sinematurk.com, imdb)

Öffentliche Testsichtung
FSK 18

Retro-Sneak mit einem Überraschungsfilm aus der Filmgeschichte! Eintritt nur 3€ und ALLES ist möglich: Klassiker, Romanze, Kultfilm, Arthaus-Perle, Vintageporno, Bahnhofskino, Horrorfilm. Optional begleitet von Rotstich, Essigsäure und Filmriss.

Mitbringen: Offenheit und gute Laune. Zu Hause lassen: Erwartungen jeglicher Art.

Veranstalter: FILM e.V. Jena, Kino im Schillerhof, Filmarchiv Bögelein. 

A Star is born
USA2018136 MinutenRegie Bradley CooperFSK 12

Jackson Maine, ein Star der Country-Musik, nimmt nach dem ausverkauften Konzert noch einen Absacker in einer Bar, wo an diesem Abend die Kellnerin Ally einen französischen Chanson zum Besten gibt. Jackson ist hin und weg, verbringt die Nacht mit ihr philosophierend und Lieder schreibend auf einem Supermarktparkpatz und lädt sie den nächsten Tag zum Konzert ein. Anfangs ablehnend nimmt sie die Einladung schließlich an und findet sich unverhofft auf der Bühne in einem Duett mit ihm auf der Bühne wieder. Für Ally ist das der Startschuss einer rasanten Karriere, während Jacksons Leben zunehmend im Chaos seiner Sucht versinkt.

Ein perfekter Stoff für Hollywood: Der alternde, alkoholabhängige Country Star verhilft der jungen und talentierten Sängerin zum großen Durchbruch. Ganze fünf Verfilmungen gab es schon zu diesem Plott: 1932, 1937, 1954, 1976 und nun wieder 2018 als Regiedebüt von Bradley Cooper. Das reicht ihm aber nicht, er spielt auch Jackson Maine und singt die Songs sogar selbst. Und trotzdem stiehlt ihm Lady Gaga als Ally konsequent die Show...

Darsteller: Bradley Cooper, Lady Gaga, Sam Elliott

Der Junge muss an die frische Luft
D2018100 MinutenRegie Caroline LinkFSK 6

Es gibt Menschen, die sind einfach zum Spaßvogel geboren. Hans-Peter ist so ein Original, das schon von Kindesbeinen an immer einen flotten Spruch auf den Lippen hat und alle Welt um sich herum zum Lachen bringt. Als seine Mutter nach einer Erkrankung in eine tiefe Krise stürzt und er für eine Zeitlang bei seinen Großeltern bleiben muss, herrscht allerdings erst einmal Ratlosigkeit. Doch davon lässt sich Hans-Peter nicht entmutigen und versucht alles, um seiner Mutter aus der Depression zu helfen.

Keine Komik ohne Tragik – dieses Motto verinnerlicht DER JUNGE MUSS AN DIE FRISCHE LUFT wie kaum ein anderer Film des letzten Kinojahres und trifft damit den Ton von Hape Kerkelings Romanvorlage auf den Kopf. Furios: Julius Weckauf, der als junger Hans-Peter aus einer rundum großartigen Besetzung sogar noch herausragt.

Darsteller: Julius Weckauf, Luise Heyer, Joachim Król

Der Vorname
D201891 MinutenRegie Sönke WortmannFSK 6

Der Tisch ist gedeckt, die Gäste sind da und wenn es nach den Gastgebern Elisabeth und Stephan ginge, stünde einem angenehmen Abend mit Freunden und Familie nichts im Wege. Nur hat Elisabeths Bruder Thomas anderes im Sinn. Als er nach einem Ratespiel endlich verkündet, welchen Namen er sich für seinen Filius wünscht, herrscht plötzlich dicke Luft. Adolf? Geht's noch? Erste Gemeinheiten werden ausgetauscht und während das Barometer langsam steigt, wird auch der Ton rauer. Als dann noch Thomas' schwangere Verlobte rauchend und trinkend zur Gesellschaft stößt, gibt es endgültig kein Halten mehr.

Mit diebischer Freude zelebriert DER VORNAME, wie aus einem gutbürgerlichen Abendessen eine zügellose Schlammschlacht wird. Flott erzählt und auf engsten Raum spielend steht Sönke Wortmanns funkenschlagende Komödie dem französischen Theatererfolg, auf dem sie beruht, in nichts nach.

Darsteller: Christoph Maria Herbst, Florian David Fitz, Caroline Peters

Öffentliche Testsichtung
FSK 18

Retro-Sneak mit einem Überraschungsfilm aus der Filmgeschichte! Eintritt nur 3€ und ALLES ist möglich: Klassiker, Romanze, Kultfilm, Arthaus-Perle, Vintageporno, Bahnhofskino, Horrorfilm. Optional begleitet von Rotstich, Essigsäure und Filmriss.

Mitbringen: Offenheit und gute Laune. Zu Hause lassen: Erwartungen jeglicher Art.

Veranstalter: FILM e.V. Jena, Kino im Schillerhof, Filmarchiv Bögelein. 

25 km/h
D2018116 MinutenRegie Marcus GollerFSK 6

Erst der Tod des Vaters bringt die Brüder Georg und Christian nach 30 Jahren wieder zusammen und erinnert sie an ein altes Versprechen: Damals, als Jugendliche, wollten sie mit ihren Mofas eine Tour vom heimischen Schwarzwald bis an die Ostsee machen. Geworden ist daraus nichts, Christian zog es in die Welt, während sich Georg um die heimische Schreinerwerkstatt und den kranken Vater kümmerte. Bis heute, denn mitten in einer durchzechten Nacht beschließen die ungleichen Brüder, dass es nie zu spät sei und schwingen sich auf ihre Mofas.

Komödien mit Tiefgang sind alles andere als alltäglich. 25KM/H gelingt die Verquickung von Ernst und Humor vorzüglich und versammelt ganz nebenbei noch einen großartigen Cast rund um Bjarne Mädel und Lars Eidinger. In einer Nebenrolle: Sandra Hüller.

Darsteller: Bjarne Mädel, Lars Eidinger, Sandra Hüller

Green Book
USA2018130 MinutenRegie Peter FarrellyFSK 6

Als sich Tony Lip aus Geldnot bereit erklärt den schwarzen Pianisten Don Shirley auf einer Tournee durch die Südstaaten als Chauffeur zu begleiten, kann er den Ärger schon meilenweit gegen den Wind riechen. Ein selbstbewusster Afroamerikaner im Süden Anfang der 60er Jahre? Das kann unmöglich gut ausgehen. Dazu kommt, dass das Duo wider Willen nicht unbedingt auf einer Wellenlänge schwebt und nur schwer Zugang zueinander findet. Erst als Don wieder und wieder gedemütigt wird und das scheinbar klaglos hinnimmt, regt sich Tonys Gerechtigkeitssinn und er ergreift Partei.

GREEN BOOK erzählt die wahre Geschichte von Don Shirley und Tony Lip, die als ungleiches Duo einen Trip in den tiefsten Süden der USA unternehmen. Das Road Movie besticht in erster Linie durch einen feinen Humor, lässt aber ebenso ernste Töne zum tief verankerten Rassismus in den USA zu. Ausgezeichnet mit dem Oscar als Bester Film 2019.

Darsteller: Viggo Mortensen, Mahershala Ali

Ballon
D2018125 MinutenRegie Michael „Bully“ HerbigFSK 12

Thüringen 1979. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion setzen sich die Familien Wetzel und Strelzyk in einen selbstgebauten Heißluftballon mit dem Ziel Bundesrepublik. Doch ihre Flucht endet wenige Hundert Meter vor der bayerischen Grenze und mit dem Ballon zerplatzt auch der Traum von einem Leben in Freiheit. Oder doch nicht? Nach einigem Hin und Her beschließen Günter Wetzel und Peter Strelzyk es nochmal zu probieren und klauben aus der ganzen Republik Stoff für einen weiteren Ballon zusammen in dem vollen Bewusstsein, dass ihnen die Staatssicherheit bereits im Nacken sitzt. Kann die Flucht dieses Mal gelingen?

Was tun, wenn die eigene Heimat zum Gefängnis wird? Die Antwort der Familien Wetzel und Strelzyk aus Pößneck ist bekannt und ihre Flucht mit dem Ballon bis heute ein Stoff aus dem Legenden sowie Filme gemacht werden. BALLON erzählt die wahre Geschichte als Thriller voll atemloser Spannung.

Darsteller: Friedrich Mücke, Karoline Schuch, David Kross

Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen
USA2018134 MinutenRegie David YatesFSK 12

Gellert Grindelwald (Johnny Depp), für dessen Verhaftung Newt Scamander (Eddie Redmayne) gesorgt hat, ist die Flucht gelungen. Und nicht nur das: Der Schurke hat zwischenzeitlich eine noch größere Anhängerschaft aus Zauberern um sich geschart, um seinen düsteren Plan umzusetzen, der die Vorherrschaft der reinblütigen Magier über die Muggel vorsieht. Einzig Grindelwalds ehemaliger Liebhaber Albus Dumbledore (Jude Law) wäre in der Lage, ihn zu stoppen, kann aber nicht selbst gegen Grindelwald vorgehen. Darum benötigt er die Hilfe seines früheren Schülers Scamander, der so in sein nächstes Abenteuer stürzt – und dieses Mal verschlägt es ihn nach Europa, genauer gesagt nach Paris. Denn dort ist der mysteriöse Credence (Ezra Miller) untergetaucht, den Grindelwald für sich gewinnen will. Newts Freundin Tina (Katherine Waterston) ist in Paris bereits auf der Suche nach dem Obscurial und als auch ihre Schwester Queenie (Alison Sudol) dorthin reist, brechen schließlich Newt und sein Freund, der Muggel Jacob Kowalski (Dan Fogler), ebenfalls Richtung Frankreich auf...

Fortsetzung des "Harry Potter"-Spin-offs über den Magiezoologen Newt Scamander wie gewoht aus der zauberhaften Feder von J.K. Rowling.

Darsteller: Eddie Redmayne, Jude Law, Johnny Depp

Bohemian Rhapsodie
USA2018135 MinutenRegie Bryan SingerFSK 6

Jeder fängt mal klein an. Kein Wunder also, dass auch Queen nicht gleich als Rockstars vom Himmel gefallen sind. Ehe sich Freddie Mercury, Brain May, Roger Taylor und John Deacon 1971 in der bis heute weltweit verehrten Besetzung als Queen zusammenfinden, lernen sie ihr Handwerk bzw. ihre Kunst in anderen, kleineren Bands. Ab diesem Moment jedoch treten sie einen Siegeszug durch die Welt der Rock- und Popmusik an und sind aus derselben nicht mehr wegzudenken dank Hits wie „We will rock you“, „Don't stop me now“, „We are the Champions“ oder dem titelgebenden „Bohemian Rhapsody“.

Unvergessenen ist der Frontmann, unvergessen ist die Band – BOHEMIAN RHAPSODY ist eine filmgewordene Liebeserklärung an beide und folgt ihnen von den Anfängen bis zum legendären Auftritt im Wembley-Stadion 1985. Dem mitreißenden Film gelang das seltene Kunststück, die Kritiker zu überzeugen, ein weltweites Kinopublikum zu begeistern und mit Filmpreisen geradezu überschüttet zu werden. Das Highlight - der Oscar als Bester Hauptdarsteller für Rami Malek als Freddie Mercury.

Darsteller: Rami Malek, Gwilym Lee, Lucy Boynton

Kurzfilmnacht
2019130 Minuten

Auch im Jahr 2019 gibt es wieder eine Neuauflage mit Neuigkeiten! Nichts kann bleiben, wie es war! Das Festival backup in Weimar feiert sein 20. Jubiläum und verabschiedet sich fulminant von der Festivalbühne. Die stetigen Veränderungen und Neuerfindungen, das "Auf zu neuen Ufern!" soll gefeiert werden. Aber auch die Dinge, die die Welt bis hierher bewegt haben, müssen erinnert werden. Deshalb zeigt backup 2019 das Beste aus 20 Jahren und präsentiert in Jena eine Auswahl aus der Auswahl: besondere, unterhaltsame Höhepunkte. Der treue Partner, das Filmfest Dresden, hat bereits das stattliche Alter von 31 Jahren erreicht, ist ganz und gar nicht müde geworden, die Welt zu bewegen, und wartet mit seinen besten internationalen Streifen auf der Kurzfilmnacht auf.

Der FILM e.V. hat wieder Preisträger, Publikumslieblinge und andere außergewöhnliche kurze Filme von Festivals aus Sachsen und Thüringen exklusiv für den krönenden Abschluss der Filmarena ausfindig gemacht und zusammengestellt. Quer durch alle Genres wird gemixt und das komplette Spektrum, dass die Fans der kurzen Filmform so lieben, für die Auswahl in Betracht gezogen: Animationen, Spielszenen, Archivaufnahmen, Dokumentarisches, Experimentalfilm, Musikfilm.

Die Veranstalter freuen sich, internationale Highlights, die beim Filmfest Dresden und beim backup_festival Weimar nominiert wurden, zu präsentieren.

Im Vorprogramm werden erneut Beiträge vom Festival KinoDynamiqueJena, vom Thüringer Kurzfilmfestival FILMthuer und dem Jenaer Kurzfilmfestival cellu l‘art zu erleben sein, die die altbewährten Partner abermals unterstützen und ergänzen.